Wettergefühle // Regen
Tropfen rinnen das Fenster hinunter und sehen aus, wie wenn
ich meinen Pinsel mit Aquarellfarben und viel Wasser befeuchte und einen
kräftigen Punkt an den oberen Rand des Blattes setze. Etwas zäh und langsam
fließen dünne Linien ganz von selbst hinab und machen das Kunstwerk zu etwas
Neuem. Sie scheinen das Bild in verschiedene Abschnitte zu teilen und entscheiden
dabei selbst, wie groß oder klein diese sind.
Und wenn ein Windstoß kommt, der Zug losfährt oder ich auf
das Papier puste, ändern sie schlagartig ihre Richtung, weichen der Luft aus.
Kleine Tropfen werden zu langen Linien, biegen mal ab und
kämpfen sich voran, wie winzige Kaulquappen, die sich noch unsicher sind,
welchen Weg sie einschlagen wollen.

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